FRAGEN UND ANTWORTEN

Azubi-Sharing - was steckt hinter dem Begriff, was ist bei der Durchführung zu beachten? Viele Fragen, von denen wir die häufigsten nachfolgend beantwortet haben. Wenn Sie weitere Fragen haben, die hier nicht aufgeführt sind, schreiben Sie uns: weyer@fdp-landsberg.de


Was heißt Leitbetrieb und Delegationsbetrieb?
Die Ausbildung muß von einem Unternehmen vollverantwortlich übernommen werden - das ist der Leitbetrieb. Teile der Ausbildung können aber an andere Betriebe delegiert oder ausgegliedert werden - an den Deletationsbetrieb.

Azubi-Sharing - ist das neu oder gibt es das schon?
Die Idee ist nicht ganz neu, wenngleich bei den ersten Gesprächen wir von diesen Konzepten nichts gewusst hatten. So bezeichnet die IHK das als "Ausbildungs-Konsortium" oder "Verbund-Ausbildung" und berichtete von durchweg positiven Erfahrungen mit diesem Modell, das aus unterschiedlichen Beweggründen bereits durchgeführt wurde, z.B. wenn ein Ferien-Gasthof im Winter schloß und nicht wußte, wohin mit dem Koch-Lehrling. Auch das Mittelstandsprogramm der FDP Bayern beschreibt diese Möglichkeit der Ausbildung und war Teil des Kommunalwahlkampf-Programmes
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Wieviele Betriebe sollten sich einen Lehrling teilen?
Grundsätzlich kommt es auf den Beruf an, doch im allgemeinen sollten es lediglich zwei, maximal drei Betriebe sein. Bei der Arbeitsaufteilung ist auch an die Fehlzeiten des Lehrlinges durch Urlaub und Berufsschule zu denken. Sind es mehr Betriebe, ist der Lehrling kaum noch im jeweiligen Betrieb.

Was ist bei der Zusammenstellung der Unternehmen zu beachten?
Direkte Konkurrenten, z.B. Versicherungsbüros, sind weniger geeignet als branchenähnliche Unternehmen. Es können aber auch Betriebe aus völlig unterschiedlichen Branchen sein - z. B. ein Bürokauffrau/ -mann wird in jedem Handwerks- als auch anderen Betrieben benötigt.
Ideal wäre natürlich, wenn sich die Arbeiten in den Betrieben ergänzen würden. Und hilfreich wäre es, wenn sich die Unternehmer bereits untereinander kennen.

Wie sieht der Vertragsablauf hierzu aus?
Ein Betrieb zeichnet verantwortlich gegenüber der IHK und dem Auszubildenden und schließt mit diesem auch den Vertrag ab. Die anderen Unternehmen werden als Delegationsbetriebe im Ausbildungsvertrag vermerkt. Im Mustervertrag sind diese Punkte grundsätzlich festgehalten. Der Ausbildungsbetrieb muß auch eine entsprechende Ausbildungsberechtigung durch IHK oder Handwerkskammer haben.

Wie steht die IHK hierzu?
Grundsätzlich sehr positiv, wie Gespräche mit der IHK München/ Oberbayern gezeigt haben. Die Erfahrungen hätten gezeigt, daß die Qualität der Ausbildung sogar durchaus besser sein kann als nur in einem Betrieb, da der Auszubildende mehrere unterschiedliche Betriebe kennenlernt.
Interessanterweise hat die IHK München und Oberbayern (ebenso wie andere IHK-Stellen) die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe wesentlich gelockert und besteht auch nicht überall mehr auf einer vorliegenden Ausbilderprüfung.

Ist eine Ausbildungsberechtigung für jeden erforderlich?
Nur der Leitbetrieb selbst benötigt eine Ausbildungsberechtigung lt. der IHK München/ Oberbayern, nicht jedoch der Delegationsbetrieb. Das ermöglicht auch Betrieben, die sich bisher mit der Thematik nicht befasst hatten wegen dieser Hürde, einen Azubi mal zu "testen".